Dieser Roman erzählt eindeutig eine Liebesgeschichte – allerdings nicht wie gewöhnlich zwischen Mann und Frau. Zwei haben sich gefunden und lieben gelernt, nämlich Vater und Sohn, obwohl beide genetisch nichts miteinander zu tun haben.
Monsieur Ibrahim
verschenkt seine gebunkerte Liebe
Ein Araber und ein Jude
Der Ich-Erzähler Moses – ein frühreifer Satansbraten von dreizehn Jahren – beklaut seinen Vater und trägt das Geld zu den Prostituierten in der Rue de Paradis, um sich in die Freuden der Liebe einführen zu lassen. Er lebt allein mit seinem Vater in einer dunklen Wohnung. Der Vater hat für ihn weder Liebe noch Liebesersatz in Form von Geld oder Geschenken übrig, sondern vergleicht ihn in allen Dingen mit seinem älteren Super-Bruder, der mit der Mutter kurz nach seiner Geburt ausgezogen ist.
Moses beklaut auch Monsieur Ibrahim, den Kleinwarenhändler in seiner Rue de Bleue, den bei allen beliebten, einzigen Araber in dem jüdischen Viertel. Der lässt es sich nicht anmerken, sondern berät ihn weiter in den Fragen des Lebens. Seine Gelassenheit und alle Weisheiten scheint er aus dem Koran zu schöpfen. Richtig dick wird die Freundschaft nach Monsieur Ibrahims Bemerkung: „Wenn du schon klaust, dann bitte nur bei mir“
Monsieur Ibrahim schenkt ihm ein paar Schuhe, weil es wichtig ist, auf eigenen, gesunden Beinen zu stehen. Er lädt ihn zu einem Spaziergang durch Paris ein. Sie sehen das Paris, das die Touristen sehen. Hier entdeckt Moses auch die teuren Geschäfte der Reichen, die so arm und leer aussehen. Auch dafür findet Monsieur Ibrahim eine Erklärung: „Das ist Luxus. Nichts im Schaufenster, nichts im Laden, alles im Preis.“
Glückliche Zeiten
Sie kaufen ein Auto und nehmen gemeinsam Fahrstunden. Zusammen fahren sie in die Heimat von Monsieur Ibrahim. Moses sitzt am Steuer und lernt durch Monsieur Ibrahims Schilderungen die Landschaft des Mittelmeerraumes von Frankreich nach Anatolien kennen. Hier endet ihre gemeinsame, erfüllte Zeit.
Fazit: Dieser Roman erzählt vom Glück des gegenseitigen Gebens und Nehmens.
Monsieur Ibrahim hat eine Unmenge an angesammelter Liebe und Weisheit abzugeben. Moses saugt diese Liebe auf wie ein Schwamm. Weder von seiner Mutter, die ihn kurz nach der Geburt verliess, noch von seinem Vater, der dem anderen Sohn nachtrauert, noch von den professionell Liebenden bekam er diese Nestwärme, Zuneigung und Herzlichkeit. Beide profitieren davon, ohne dass einer den anderen ausnutzen oder übervorteilen würde. Das Buch einer wahren Liebe.
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Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran von Eric-Emmanuel Schmitt (Autor), Annette Bäcker (Übersetzer), Paul Bäcker (Übersetzer), Verlag: Fischer (Tb.)